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Stromversorgung im Külftal

Privat > Geschichtliche Themen der Gemeinde

Als der Strom nach Hoyershausen kam
85 Jahre Strom im Külftal!



Am 3. März 1903 wurde mit einer 40 -PS-Sauggasanlage das
Städtisches Elektrizitätswerk Gronau (Heute bekannt als Überlandwerk Gronau) in Betrieb genommen.
Damals lieferte diese als Städtisches Elektrizitätswerk den Strom
für die Stadt, Gronau (Leine).

In den ersten Jahren war die Zahl der Abnehmer eher gering.

1904 wurde die erste Überlandleitung über wenige Kilometer zum Rittergut
nach Banteln erstellt und in Betrieb genommen.

1906 wurde nun auch Banteln, 1909 Brüggen, Rheden, Wallenstedt, Heinum,
Eberholzen, Sibesse, Eitzum und Eddinghausen, 1911 Petze, 1912 Westfeld,
Segeste und Almstedt.

Die Firmenbezeichnung von Städtisches Elektrizitätswerk Gronau änderte sich 1912 in "Überlandzentrale Gronau".

1913 wurden die Orte Breinum, Östrum, Grafelde Gemeinden Adenstedt und Sehlem
hinzu.

Dann verhinderte der 1. Weltkrieg nun einige Jahre den weiteren Ausbau des
Stromnetzes.

Weiter ging es erst nach dem Krieg.

1918 wurde ein Vertrag mit der Stadt Alfeld gemacht.
In den Jahr 1922 wurde Eimsen, Wettensen, Sack, Hörsum, Everode, Röllinghausen,
Föhrste, Wispenstein, Imsen, Gerzen, Warzen und Limmer sowie der Flecken Eime.
1924 folgten die Gemeinden Mehle, Sehlde, Esbeck und Quanthof, Eltwerk
Lamspringe und die Saalemühle bei Elze, Freden, Meimerhausen, 1926 Duingen.
Haus Escherde wurde 1929 mit den dann begehrten Strom versorgt.
Die Gemeinde Woltershausen entschied sich 1919 für den Strom aus Gronau.
1920 folgten Ihr Irmenseul und Harbarnsen.

In den darauf folgenden Jahren erstreckte sich das Stromnetz (1921) in westlicher
Richtung nach Dunsen, Heinsen, Deilmissen, Marienhagen, Deinsen, Lübbrechtsen,
Hoyershausen und Rott.


In Hoyershausen kam die Überlegung sich an das Stromnetz Anschließen zu lassen
1920, im Rat wurde über diesen Fortschritt diskutiert und die. Bevölkerung war für eine Versorgung im Dorf.
Am 10. November 1921 wurde schließlich der Vertrag zwischen der Städtischen
Überlandzentrale Gronau i/Hann. mit Genehmigung der Städtischen Kollegien der
Stadt Gronau und der Gemeinde geschlossen.

Die Städtische Überlandzentrale verpflichtete sich darin eine
Hochspannungsleitung für 15 000 Volt, nach einer in Hoyershausen zu errichtenden
Transformatorenstation zu bauen und von den Kosten für
diese Hochspannungsleitung den dreifachen Betrag zu tragen.

Den für die Hochspannungsleitung erforderlichen Grund und Boden stellt die
Gemeinde Hoyershausen zur Verfügung.

Die Materialien für den Bau der selbigen fährt die Gemeinde auf Ihre Kosten von
der Bahn zur Baustelle, so steht es geschrieben in §1 des Vertrages.

Im §2 wird geregelt wie und wo das Transformatorenhaus zu errichten ist.
Dieses steht bis zu heutigen Tage oberhalb des Schmiedebrinkes in Hoyershausen.

§5 regelt, das Motore über 1 PS vom 1. April bis 1 Oktober von morgens 5 Uhr bis
abends 20 Uhr,während der übrigen Monate von 6 Uhr bis 18 Uhr genutzt werden dürfen. Längerer
Gebrauch derselben ist zur Vermeidung von Lichtschwankungen verboten.

Des weiteren ruht die Verpflichtung der Stromlieferung jeden Mittag von 12-14
Uhr und an lutherischen Feiertagen von 9 Uhr morgens bis. 15 Uhr nachmittags im
November, Dezember und Januar.

Bis 16 Uhr gab es dann den Strom in den Monaten Februar, März, April, September
und Oktober.

In den Monaten Mai, Juni, Juli und August war der Strom bis 17 Uhr vorhanden.
Sollte aus irgendwelchen Gründen der Strom nicht lieferbar sein, bekommt wenn
möglich, der Gemeindevorstand innerhalb von 24 Stunden darüber eine Anzeige.

Die Stromabgabe und die Fertigstellung waren zum 1.Juni 1922, wenn möglich schon
früher, vereinbart.

Von nun an begannen in Hoyershausen die Aktivitäten für den Bau des Stromnetzes.
Die Transformatorenstation wurde am 17. April 1922 genehmigt.

Die Siemens-Schucker Werke G.m.b.H. Hannover erstellten am 18.11.1921 einen
Kostenvoranschlag für die Elektrizitätsgesellschaft Hoyershausen für den Bau einer
Transformatorenstation vom Typ: KOU 238/15, 25/50.KVA zum Preis von 5100 Mark zuzüglich eines
Materialzuschlages von " 3238 Mark " für Kupfer, sodass der Transformator alleine. einen Preis
von 165138 Mark hatte.

Das Transformatorenhaus, in dem der Transformator saß, wurde von Ortsansässigen
Unternehmen gebaut.
47 Masten zum tragen der Kupferleitung wurden in Hoyershausen aufgestellt,
zusätzlich 2 A Masten.

3395,6 m blanke Kupferleitung BC 10 wurde verlegt, 2047 m Kupferleitung BC 16, 559,5m
BC 25 und 588m BC 35.
214 Isolatoren mussten an die Masten angebracht werden ..
48 Häuser hatten nach der gesamten Installation einen Hausanschluss.

Weiterhin war ein Vertrag notwendig, der für die Benutzung der Landstraße
Deinsen - Brüninghausen zwischen Station 5,9 und 6,7 für die elektrische Leitung.
Dieser wurde am 31.März unterschrieben und Genehmigt.

Für die Gesamtkosten von 691.475,50 Mark wurde in Hoyershausen das Stromnetz
errichtet und Betrieb genommen.

In der heutigen Zeit werden die Oberleitungen wieder abgenommen und mit
Erdkabeln in die Erde verlegt.

Zwischen den Ortseingang Hoyershausen (aus der Richtung von Brunkensen und der
Alten Mühle befindet sich noch ein kleiner Streckenabschnitt von der damaligen Oberleitung.


Matthias Baars ( Mai 2014 )

Quelle: Der Landkreis Alfeld, Walter Dorn Verlag
Unterlagen des Rates der Gemeinde Hoyershausen


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